KW 20 | Das ist doch ganz normal…

KW20


„Achwas das ist ganz normal, ich habe dauernd Studenten vor mir sitzen. Gehört ja irgendwie zum guten Ton inzwischen“

Aufmerksam lausche ich meinem Arzt als er mir erzählt wie normal es für Studenten zu sein scheint, in einem Sessel vor dem Psychiater zu sitzen. Ich frage mich nur noch in was für einer Welt wir leben in der einen der Druck des Studiums zu einer Therapie zwingt. Oder vielleicht bin ich einfach nur zu schwach? Ich habe nun endlich Termine, nach einer Odysee von Anrufbeantwortern, vollen Terminbüchern, Absagen und diversen Probesitzungen. Zwei Monate sind nach meinem mentalen Breakdown vergangen und ich sitze nervös vor meinem Psychiater. Das ist neu für mich…unbekannte Situationen verunsichern mich und das merkt man mir scheinbar an. Er lächelt mich an und frägt mich die banalsten Dinge, langsam entspanne ich mich, beantworte die Fragen auch wenn ich nicht weiß wohin das hin läuft. Ich wusste gar nicht wie schnell 50 Minuten vergehen können. Die nächsten Termine laufen ähnlich ab, wir versuchen meinen Zwängen auf den Grund zu gehen.
Allerdings kommen nach und nach andere Dinge zum Vorschein, da ist nicht nur eine Zwangsstörung, da ist mehr. Und was genau, das werden wir nun in einer Psychiatherapie herausfinden. Was wird nun jetzt alles auf mich zukommen? Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe alles wird besser

Meine kleine Geschichte spricht also definitiv für sich. Einige Twitter-Follower werden meinen steinigen Weg der Überwindung schon mitbekommen haben oder haben mich sogar aufmunternd begleitet. Es war schwer mir einzugestehen, dass ich Hilfe brauche. Das mir Gespräche m it Freunden nicht mehr reichen, ich wollte professionelle Hilfe. Ich habe festgestellt, dass es mir hilft darüber auch außerhalb der Sitzungen zu reden und mich nicht selber mit dem Stigma „Du hast eine Macke„ zu versehen. Daher möchte ich auch hier ganz offen darüber schreiben und/oder berichten. Ich will nicht angesehen werden als wäre ich eine tickende Zeitbombe, ich möchte nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, ich möchte nur offen und ehrlich darüber reden können

Gesehen - Greys Anatomy Folgen bis zum Abwinken
Gehört - Alte CDs, die ich in meinem Auto gefunden habe.
Getan - Meine Termine für die nächsten zwei Wochen verplant, man fühlt sich glatt wichtig
Gegessen - Aufgrund von jede Menge Blockseminaren : Belegte Brote und geschnittenes Gemüse
Gedacht - “Warum fährt man in der 100 Zone, 50 ? Warum zum Teufel?
Gefreut - Unser Medienprojekt ist DIE Chance des ganzen Studiums.
Gekauft - Eine DVD um genau zu sein “Die Hexe und der Zauberer”

20140514_095610-horz copyBald geht es nach Frankfurt zu Beautypress, ich bin nervös | yawning kitty cat | neue DVDs

 

15 Comments

  1. Katharina
    Katharina 18. Mai 2014 at 12:49 . Reply

    Ich finde es toll, dass du so offen damit umgehst und so auch anderen zeigst, dass es gar nicht “schlimm” ist, zu einem Psychiater zu gehen. Ich wünsche dir alles Gute und dass es weiterhin so gut läuft. Kannst uns ja auf dem Laufenden halten :)

    Liebe Grüße
    Kathi
    http://www.24-karat-pink.blogspot.de

  2. Hai-Yen
    Hai-Yen 18. Mai 2014 at 12:54 . Reply

    Ohhhh ja,
    ich hatte echt Glück! Vor allem wurde ich am nächsten Tag zur Primark Eröffnung eingeladen und ich dachte in dem Moment nur so: “Neeeeeeeeein, meine Kamera! Buhu! T_T”.

    Ach ja, meinen Hut gibt es derzeit bei H&M zu kaufen für ca. 17-18 Euro :-).

    Ich finde es übrigens toll, dass du so offen über deine Probleme redest. Hoffentlich geht es dir bald besser! Fighting! :)

  3. Jenni
    Jenni 18. Mai 2014 at 13:48 . Reply

    Toll, dass du so offen darüber redest. Schade, dass psychische Probleme immer noch ein Tabu-Thema in der heutigen Gesellschaft sind, vor allem weil wahrscheinlich nicht wenige da Probleme haben. Die meisten vollen sich nur eben keine Hilfe suchen, weil sie Angst haben, als verrückt abgestempelt werden. Aber bei dem Stress, dem man tagtäglich ausgesetzt ist, ist es mittlerweile eigentlich kein Wunder mehr, dass viele Leute Hilfe brauchen. Ich spreche da aus Erfahrung.

  4. Jela
    Jela 18. Mai 2014 at 13:53 . Reply

    Es ist wirklich toll wie offen du damit umgehst! Habe den Beitrag beim lesen auch richtig verschlungen. Dabei hoffe ich natürlich das dir bei der ganzen Sachen geholfen werden kann und es dir bald besser geht. :)

    Liebe Grüße
    jelaegbe.blogspot.de

  5. Jenny
    Jenny 18. Mai 2014 at 14:26 . Reply

    Ich finde es toll, dass du so offen darüber schreibst. Sehr viele Leute tun das nämlich nicht, es ist schließlich auch sehr schwer, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht, das kenne ich von mir selber, ich habe das Ganze auch schon einmal durchgemacht (:
    Außerdem ist es in gewisserweise eine Erleichterung, damit endlich rauszurücken, was denn scließlich los ist. Jedenfalls wünsche ich dir viel Kraft und alles Gute :*

    Jenny

  6. Kleinstadtprinzessin
    Kleinstadtprinzessin 18. Mai 2014 at 15:40 . Reply

    Ui dankeschön :) ❤️
    Finde es klasse, dass du mit dem thema auch offen umgehst. Für Krankheiten braucht man sich nicht schämen! Bist du beim Psychologen? Weil ein Psychiater gibt ja medikamente & sehr selten Gespräche :D
    Grüsse ❤️

  7. alex
    alex 18. Mai 2014 at 16:21 . Reply

    Ich würde das positiv werten. Früher hatte man nicht die möglichkeit, Hilfe bei psychischen Problemen zu bekommen. Ich glaube nicht, dass es den Menschen schlechter geht. Man sieht nur, dass mehr menschen helfen kann.

  8. Shelly
    Shelly 18. Mai 2014 at 16:35 . Reply

    Wochenrückblicke sind echt super. (:

  9. Sabine Schültke
    Sabine Schültke 18. Mai 2014 at 16:35 . Reply

    Toll, dass du so offen bist :) Finde es sehr interessant, dein persönliches Empfinden zu lesen ;)

    Liebe Grüße,
    Sabine von Zuckermischwerk

  10. Eva
    Eva 18. Mai 2014 at 17:19 . Reply

    Oh das Bild mit der Katze ist echt süß! Hatte auch letztens einen Kater als Model ^^
    R.E.D. 2 ist klasse!!! ;)

    Toller Post! :)

    Bei mir läuft gerade eine Blogvorstellungsaktion! Schau doch mal vorbei :)
    http://evasphotographies.blogspot.de/2014/05/blogvorstellung.html

    Liebes Grüßle
    Eva
    http://evasphotographies.blogspot.de/
    https://www.facebook.com/EvasPhotographics

  11. Neele
    Neele 18. Mai 2014 at 18:02 . Reply

    Du bist einfach so sympathisch ((:
    Grey’s Anatomy habe ich mal eine Zeit jeden Abend geschaut, mittlerweile irgendwie gar nicht mehr - vielleicht sollte ich damit wieder anfangen ? :p

    Alles Liebe,
    Neele von Royalcoeur

  12. maze
    maze 18. Mai 2014 at 18:43 . Reply

    super, dass du so offen damit umgehst!!
    für mich war die letzte zeit aufgrund des studiums auch unerträglich… hatte auch schon darüber nachgedacht eine therapie zu machen aber langsam geht es wieder aufwärts. mein studium neigt sich dem ende und ich schöpfe neue kraft und hoffnung!
    ich kann das absolut nachfühlen.. diesen druck.. wie oft ich ihm erlegen bin.. es ist furchtbar und das müsste alles gar nicht sein, wenn das studium anders aufgebaut wäre!
    ich hoffe dir hilft die therapie und dir geht es bald wieder richtig gut :)
    liebste grüße,
    maze

  13. Artea
    Artea 18. Mai 2014 at 19:56 . Reply

    hey,

    ich find’s gut, dass du das ganze jetzt auch öffentlich schreibst. Ist ja auch nichts schlimmes dran, es gibt so viele Leute, die sich Beratung geholt haben. Viele Freundinnen von mir sind oder waren auch in Behandlung, einige sind in richtiger Therapie, wegen Borderline, andere hatten nur Probleme und Zwänge, mit denen sie eben nicht mehr zurechtkamen. Ich merke auch, dass es wirklich was bringt und die Leute etwas ändern können. Also: gut, dass du diesen Schritt gewagt hast! Ich wünsch dir ganz viel Erfolg damit! :)

    LG,
    Artea

  14. Maike
    Maike 18. Mai 2014 at 22:51 . Reply

    Ich finde es super, dass du das Thema ansprichst und glaube mir, du bist damit nicht alleine :) es ist nur eben so, dass die meisten hier im Internet nur die schönen Seiten des Lebens teilen und über den Rest lieber schweigen. Dabei sind solche Probleme mittlerweile an der Tagesordnung und bei Weitem nichts, wofür man sich schämen muss! Oft trifft man nur auf Unverständnis von den Leuten, die nie in solch einer Situation waren und es nicht nachvollziehen können. Dann kommen so Sätze wie “Stell’ dich mal nicht so an!” Ich hoffe dein Umfeld unterstützt dich und ich wünsche dir alles Gute :) Liebe Grüße

  15. Sarah
    Sarah 19. Mai 2014 at 16:34 . Reply

    Wow…ich habe großen Respekt, dass du so offen darüber schreibst. Ich selbst war jahrelang magersüchtig und habe mir erfolgreich Hilfe vom Psychologen geholt. Damals habe ich gar nicht darüber geredet; heute kann ich es vor Personen, die mir am Herzen liegen (sogar, wenn ich sie noch nicht lange kenne) und öffentlich im Netz so wie hier. Aber ich würde mich niemals trauen, darüber auf meinem Blog zu schreiben. Warum? Aus Angst, verurteilt zu werden. So ganz weiß ich das leider gar nicht genau :(.

    Aber du, du machst Menschen Mut, offen mit ihren Problemen umzugehen! Nochmal Respekt dafür :).

    Liebste Grüße
    Sarah

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